Datum: 2023-11-10 20:40:00; editiert: 10.11.2023 20:59:29
Stichwort: Finanzen
Na ja, das Eine steht mit dem Anderen nicht zwingend im Widerspruch.
Der Kaufmannische Geschäftsführer kann ja den Gesamtetat (für den er zuständig ist) vergleichend mit anderen Vereinen einschätzen. Dann kommt er ganz logisch zu diesem Schluss, weil der Gesamtetat tatsächlich in dieser Höhe liegt. Im Prinzip hat ihn auch alles andere nur am Rande zu jucken.
Für die anderen Bereiche ist dann der Sportliche Geschäftsführer zuständig, der sein Budget vom Aufsichtsrat zugeteilt bekommt.
Hat die KG also Verbindlichkeiten, die bedient werden müssen, dann kann das dem Kaufmännischen Geschäftsführer im Prinzip egal sein. Rein vom Etat (Bilanziert) ändert sich ja nichts für ihn. Er verwaltet eben Ein- und Ausgänge und das Ranking unter den Vereinen bleibt gleich, bzw. ist wie beschrieben.
Allerdings müssen bei hoher Schuldenlast oder bei Beleihungen in einer vertraglichen 5-Jahresfrist vom Anlagevermögen wie z.B. Tennisheim, Hockey-Heim, FanHaus, Kubus, Jugendleistungszentrum, usw. zum Stichtag der endgültigen Rückzahlung die entsprechenden Gelder da sein, weil sonst die Immobilien in das Eigentum der Banken oder Kreditgeber übergeht.
Dieses Geld muss ja irgendwo herkommen. Ist also alles beliehen, muss das Geld aus irgendeinem Topf kommen. Und der kann ja nur aus dem Budget des Sportlichen Geschäftsführes kommen, eben weil dort die größten Summen zur Verfügung stehen, auf die man durch Einsparung zugreifen kann.
Für den Kaufmännischen Geschäftsführer ist das buchungstechnisch "Linke Tasche - Rechte Tasche". Denn die das geldwerte Vermögen wird dann zu Anlagevermögen (Immobilien).
Für den Sportlichen Geschäftsführer hingegen ist es eine Katastrophe, wenn plötzlich 1/4, 1/3 oder gar die Hälfte der Mittel nicht zur Verfügung stehen, um angemessen shoppen zu gehen. Diese stehen aber den anderen Vereinen zur Verfügung.
Der sagt dann natürlich, dass er wirtschaftlich gegenüber den anderen Vereinen klar im Nachteil ist. Was ja ebenfalls stimmt.
Somit sagen beide die Wahrheit.
Die Frage ist also nur, wer aus dem damaligen Aufsichtsrat diesen wirtschaftlichen Wahnsinn eingefädelt und beschlossen hat.
Cech dürfte als Wirtschaftsfachmann wohl mit eingebunden gewesen sein.
Vermutlich sogar federführend, falls die nach außen gedrungenen Informationen in etwa so stimmen, wie beschrieben. Aber das kann man ja auf der JHV erfragen.
Ich würde jedenfalls sehr hellhörig werden, wenn auf der JHV das Ende der Beleihung des Kubus gefeiert wird, die Steigerung des Anlagevermögens freudig verkündet wird, oder der Abbau von Verbindlichkeiten in Mio.- Höhe als Erfolg präsentiert oder die Rückzahlung von 1 Mio. an den Verein als Herzensangelegenheit verkauft wird.
Daher sind die unten angeführten 10 Fragen schon durchaus geeignet etwas Klarheit und Transparenz in die vergangenen Vorgänge zu bekommen.
Das Cech ausgerechnet jetzt von Bord geht, lässt Luft für weitergehende Spekulationen:
- Entweder der jetzige Aufsichtsrat hat im Laufe der letzten Monate das Ausmaß des wirtschaftlichen Desasters erkannt und Cech nun freundschaftlich gebeten das Haus zu verlassen, oder:
- Cech geht von selbst, weil jetzt der Zeitpunkt günstig ist eine weitestgehend entschuldete KG zu präsentieren und das sportliche Desaster erst im Sommer aus den ganzen wirtschaftlichen Eskapaden zu Tage tritt.
Ich betone an dieser Stelle ausdrücklich, dass ich den jetzigen Aufsichtsrat für die Vorgänge keinesfalls verantwortlich mache! Das haben die Vorgänger seit dem Abstieg aus der 1. Liga verbockt. Nicht dieser Aufsichtsrat. Insbesondere dann, wenn Cech jetzt auch aus diesem Gremium ausscheidet, was längst überfällig ist.