Datum: 2023-12-09 15:56:00;
Stichwort: Gendern
Das ist wirklich spannend, der Beitrag von Hoffmann ist der beste Beweis dafür, wie sehr es konservativen Kreisen gelungen ist, die Debatte zu verschieben.
Gendern ist bei den Befürwortenden eigentlich überhaupt kein großes Thema. Wenn man die Ansicht teilt, dass Sprache einen Einfluss hat, der über bloße Bedeutung von Worten hinaus geht und zudem dafür eintreten möchte, niemanden sprachlich auszuschließen, der gendert oder achtet eben auf bewusste Sprache. Wer das nicht tun will, der lässt es eben.
Wer es hingegen nachweislich immer und immer wieder thematisiert und von angeblicher Sprachpolizei spricht, das sind konservative Kreise in Politik und Gesellschaft, die bekanntesten Vertreter AfD und die Union. Da wird etwas zum Wahlkampfthema und dominiert die Debatten, obwohl es eigentlich mit einer Fußbote erledigt wäre. Und dadurch entsteht der Eindruck, es gäbe nichts Wichtigeres mehr. Im Gegenteil! Und das bestätigt sogar jeder, der pro Gendern eingestellt ist. Also: Ja, wir sollten uns definitiv um die echten Probleme kümmern und keine Sprachpolizei einführen. Aber letzteres ist ja kürzlich in Bayern passiert, dort hat eine große Verbotspartei kürzlich das Gendern verboten - die CSU.
Und was das Thema Kumpis angeht: Auch hier wurde Gendern eigentlich nie thematisiert! Kumpis spricht lediglich stets davon, für Diversität zu stehen. Und das bedeutet eben nicht vordergründig, dass man Eintracht bewusst zu einem Verein für homosexuelle oder trans-Menschen machen will - sondern dass es nur darum geht, eine Eintracht zu schaffen, in der jeder seinen Platz hat: Frauen, Männer, Muslime, Christen, alte Menschen, junge Menschen, Behinderte Menschen - und, ja: auch trans-Menschen. Einfach Menschen. Wer da etwas dagegen hat, der soll mir das mal schlüssig erklären.