Datum: 2024-09-13 13:15:00; editiert: 13.09.2024 13:24:40
Stichwort: Kessel
Das scheinbare Argument mit dem "Schönreden" wird mir mittlerweile deutlich überstrapaziert, weil es wie Kautschuk in jede Ritze geschoben wird, die man nicht erklären kann, will oder zu anstrengend ist.
Die Grundhaltung hinterher Konzepte, Mannschaften, Aufstellungen oder Spieler in Bausch und Bogen abzubalbieren, die vor der Entscheidung noch abgefeiert wurden, sind Wetterfahnen-Kritiken ohne inhaltliche Analyse der Situation. Der damit einhergehende Tipp, dass man nur mehr Geld in die Hand hätte nehmen müssen, ist dann nur die Beilage des urteilenden Gerichts. ;)
Grundsätzlich dämmert es ja einigen, dass auch Kessel nicht entscheidend mehr gelingen kann als dem Vorgänger. Dessen Vorgänger, dem Vorgänger des Vorgängers und dem davor.
Scheinbar machen hier einige alle zwei Jahre immer dieselbe Erfahrung, erinnern sich aber nicht daran, dass sie die schon mehrfach erfahren haben, um dann abermals über rollende Köpfe zu reden. Hinterher.
Aus meiner Sicht war und ist die Grundentscheidung zu verjüngen und eine weitestgehend neue Mannschaft aufzubauen richtig.
Diese Grundentscheidung ist sicher schon vor 2 Jahren gefallen, denn sonst wären nicht so viele Verträge aufeinmal ausgelaufen. Es handelt sich also um eine langfristige Planung. Das ist erstmal gut!
Natürlich ist ein Neuaufbau immer auch ein Risiko. Weshalb, habe ich das hier schon öfter mal geschrieben. Kann sich aber auch jeder selbst ausmalen.
Selbstverständlich ist auch eine Verjüngung einer Mannschaft immer ein Risiko. Dazu habe ich auch schon genug geschrieben. Übrigens vor Saisonstart.
Beides zusammen (Neuaufbau und Verjüngung) ist dann der Logik folgend besonders anspruchsvoll. Ich habe darüber nicht gejubelt und auch nicht gemeckert (vor der Saison!), weil ich beides richtig finde.
Natürlich kann das auch schiefgehen. Aber im Zusammenhang mit den Finanzen bleiben uns nicht so sehr viele andere Möglichkeiten. Wir können nur wieder anhusten, wenn sich Nachwuchskräfte entwickeln und daraus neue Finanzquellen entstehen, um dann Saison für Saison besser zu werden.
Dieser Grundgedanke ist absolut richtig!
Wer das nicht mittragen kann, darf gleich mal 3-5 neue Sponsoren mitbringen, die jeder 3 Mio. auf den Tisch pro Saison klatschen. Dann kommen wir wirtschaftlich auch in obere Gefilde, die den ersten 6 Teams in etwa entsprechen.
Bis dahin finde ich Kessels Überlegung nicht nur besser, sondern vollkommen richtig.
Wie er bin ich der Meinung, dass sich die Einzelspieler noch entwickeln werden. Vielleicht nicht alle. Das wäre normal. Aber sicher ein Großteil der Neuzugänge. In erster Linie traue ich das Chik, di Michele, Köhler und Conteh zu. Zu Marie kann ich weiterhin nichts sagen, weil zu wenig gesehen.
Auch wenn der Saisonstart ziemlich in die Grütze ging, bin ich derzeit noch recht entspannt, weil ich das Potenzial der Einzelspieler sehe. Ob sie auch als Mannschaft funzen, werden die nächsten Spieltage zeigen. Aber das kann man nur bedingt planen und bleibt immer auch ein Risiko.
Das trage ich mit - inkl. beim schlechtesten Fall, dem Abstieg!
Jetzt in dieser Phase schon den Trainer in Frage zu stellen, zeugt für mich davon, dass man nie echten Mannschaftssport betrieben hat und nicht weiß, wie sich neue Teams schwertun. Das zieht sich durch alle Ligen durch.
Wir mussten aber ein neues Team (auslaufende Verträge) mit unseren begrenzten Möglichkeiten aufbauen. Und dieses muss sich nun erstmal in die Liga reinfummeln. Das benötigt Zeit. Nicht endlos, aber schon einige Ligaspiele. Ich bin davon total überzeugt, dass der Scherning das hinbekommt.
Schön wäre ein Sieg in Darmstadt, aber so ganz glaube ich daran noch nicht.