Datum: 2024-02-16 12:36:00;
Stichwort: Investoren
@Andi61
"Fußball ist ja nun mal ein teures Gut."
Nee, es braucht einen Platz, einen Ball, 22 Spieler und einen Schiri.
Fußball ist nur teuer, wenn damit Leute Geld verdienen wollen. Und so erklärt sich auch der ganze Investorendeal.
Sämtliches Geld, das evtl. mehr eingenommen wird, fließt zum absoluten Großteil in die Taschen derer, die mit Fußball Geld verdienen. Auf Nicht-Investoren-Seite sind das Spieler, Trainer, Geschäftsführer, Marketingmanager, Pressesprecher, Spielerberater, TV-Kommentatoren usw.
Was genau würde sich für Eintracht verbessern? Es wäre mehr Geld da. Es gäbe evtl. eine minimal höhere internationale Bekanntheit. Ende.
Wenn aber Eintracht durch den Deal mehr Geld hätte, hätten es die anderen auch. Heißt: Gute Zweitligaspieler gehen weiterhin eher zu Kiel, Fürth und Paderborn, weil die noch mehr Kohle und eine bessere Perspektive haben. Positiver Effekt für Eintracht: null.
Wenn Eintracht in Asien mehr (oder überhaupt) Trikots verkaufen würde, würden das Lautern, Magdeburg und Rostock auch. Positiver Effekt für Eintracht: null.
Wenn Eintracht mehr Geld in Stadion-Digitalisierung stecken würde, würden auch nicht mehr Zuschauer kommen als die 20.000 gegen Karlsruhe. Positiver Effekt für Eintracht: null.
Wenn Eintracht durch den Deal mehr zahlen könnte, würde Kijewski auch nicht schneller, Donkor nicht passicherer oder Ihorst nicht gesünder werden. In höheren Regalen könnte man aber trotzdem nicht zuschlagen (s.o.). Positiver Effekt für Eintracht: null.
Die einzigen, die profitieren könnten, wären die CL-Teilnehmer, weil sie häufiger Leute wie Dier, Kane und Co. holen könnten (ob das was bringt, lasse ich mal dahingestellt). Das betrifft die regelmäßigen CL-Teilnehnmer Bayern, BVB, RBL, Leverkusen plus vielleicht noch maximal sechs andere, die ab und zu mal mitspielen dürfen.
In der EL und ECL zeigt sich immer wieder, dass z.B. deutsche Mannschaften häufiger gegen Teams ausscheiden, deren Etat deutlich unter denen der deutschen Clubs liegt. Wenn es nur nach Liga-Kohle geht, hätten Argentinien und Frankreich nie Weltmeister, hätte Portugal nie Europameister werden dürfen. Und England hätte nicht 58 years of hurt.
Nein, die Geldspirale dreht sich nur für die, die mit Fußball Geld vedienen. Die, die Fußball verfolgen, profitieren vom Investorendeal nullkommanull.
Für Fußball braucht es einen Platz, einen Ball, 22 Spieler und einen Schiri. Und wenn viele Leute das sehen wollen, ist es auch okay, dass die Beteiligten dieses Interesse zu Geld machen. Es sollte aber ein jeder fragen, inwieweit er sich sich zum willfährigen Zahler macht, um die ganze Aufplusterei zu subventionieren. Kann ja jeder für sich entscheiden.
Aber den Investorendeal als scheißegal zu bezeichnen, das kann ich weder verstehen noch gut finden.