Datum: 2024-02-20 17:47:00; editiert: 20.02.2024 17:52:42
Stichwort: Zuschauerzahlen
@ Andi
Du kannst davon ausgehen, dass die letzten 25-35 Jahre im Zusammenhang der Fußballvermarktung nicht gänzlich an mir vorbeigegangen sind.
Ich habe die Zuschauerzahlen und meine Einschätzung natürlich nicht an den Eintrittsgeldern festgemacht! Das hätte ich vielleicht noch vor 40 Jahren gemacht.
Mir ging es beim letzten Beitrag um den Vermarktungswert. Und genau der macht sich eben auch an den Live-Zuschauerzahlen fest. Diesen würde ich übrigens aktuell in ähnlicher Höhe einschätzen, wie den Marktwert (ich meine damit nicht die geschätzten Zahlen von TM).
Einem Investor geht es um Volatilität und damit um die Frage ob er seinen Invest womöglich steigern kann.
Hier hat die 1.Liga ein hausgemachtes Grundproblem:
Der Meister, die internationalen Plätze und auch die Absteiger stehen normalerweise schon vor der Saison fest, mit 2-3 Ausnahmen. Da ist in der Liga nichts ernsthaft volatil.
Somit ist auch die Steigerung des Werts der zwei Ligen ausgesprochen begrenzt. Das zeigen auch aktuell die TV-Rechteverhandlungen. Da schließt man derzeit nicht aus, dass es weniger Geld gibt. Der Markt der reichen Vereine ist abgegrast. Mehr ginge nur, wenn in der Liga Bewegung wäre und sich die Einschaltquoten durch die Umfelde der Habenichtse erhöhen. Das ist jedoch nicht absehbar. Gewinnsteigerung ist nur möglch, wenn er Investor Geld aus den TV-Geldern für sich raussaugt oder er an Transferrechten partizipiert.
Jetzt sind wir beim Marktwert:
Bei Letzterem (Transfers) ist aber fraglich ob diese tatsächlich bei plus-minus-null liegen. Wenig interessant für Investoren, weil dort eigentlich nur Kohle verbrannt wird - über die beiden Ligen insgesamt gesehen.
Somit kann es aber nur eine Wertsteigerung geben, wenn das insgesamt eine emotionale Basis hat, die an ein Produkt bindet. Und die gibt es eben nur dann, wenn sich viele Menschen sehr ernsthaft (um nicht zu sagen "zwingend") für das Produkt interessieren. Hat man die Plastikclubs in großer Menge in der ersten Liga, sinkt auch die Emotionalität der gesamten Liga. Macht man dann womöglich auch noch eine geschlossene Gesellschaft, sind die emotionale Basis in Deutschland am Gesamtprodukt weg und von Volatilität ist dann schon gar nichts mehr zu sehen. Das merkt man dann auch langfristig an den Zuschauerzahlen. Wir sind eben nicht bei den Amis.
Die Zuschauerzahlen werden dann vorerst nur noch am TV in Pjöngyang, Haiphong und Phnom Pen gesteigert.
Das kann sich aber schlagartig ändern, wenn sich 10 chinesische Milliardäre bei Beijing Guoan engagieren und 20 bei Shanghai Shenhua und 15 bei Donguan United. Wenn die plötzlich international richtig einsteigen, kann hier jeder Invest implodieren. Daher ist es wichtig, dass die Ligen hier eine hohe Akzeptanz bei den Zuschauern haben.
Entsprechend ist mein Text zu lesen.