Datum: 2023-07-30 11:17:00; editiert: 30.07.2023 11:41:24
Stichwort: 1. Spieltag 23/24
Tja, nun geht es los.
Man darf wirklich gespannt sein.
Aufgrund unserer wirtschaftlichen Lage ist man in der sportlichen Planung mit vielen jungen, aber auch sehr interessanten Spielern ein Risiko eingegangen.
Den Nerv muss man erstmal haben und das muss man auch durchstehen.
Wenn man mich fragt, sage ich, dass ich das erstmal gut finde, zumal wir in der Vergangenheit mit anderen Planern damit gut gefahren sind. Dass sowas geht ist also auch bei uns längst bewiesen.
Natürlich kann es auch sein, dass sich der Erfolg nicht sofort einstellt. Das wäre allerdings ebenfalls normal. Aber selbstverständlich ist es auch möglich, bei jungen Spielern, dass das ganze Ding eine positive Eigendynamik bekommt. Auch das hat es schon gegeben.
Wie schon andere sagten, so geht es mir auch:
Ich bin echt gespannt, wie sich die neue Formation schlägt. Überraschungen sind zu allen Seiten drin.
Eine Superperformance kann man sicher nicht erwarten. In jedem Fall aber eine interessante Saison!
Weshalb bin ich vom Vorgehen der Planung vor der Saison angetan:
Erstmals, nach etwa einem halben Jahrzehnt, ist eine mittelfristige Planung erkennbar, die zum Ziel hat, den Kader aus sich selbst heraus aufzubauen und weniger durch teueren Zukauf und Leihe von außen. Natürlich wird man nachsteuern, wenn anvisierte Ziele in Gefahr geraten und die jungen Leute mehr Zeit brauchen, was ein normaler Vorgang wäre.
Weshalb sehe ich eine mittelfristige Planung:
Klar ist, dass die jungen Spieler irgendwann entweder die finanziell nicht sofort besetzbaren Positionen als Stammspieler ersetzen sollen. Bestenfalls schon in dieser Saison. Möglicherweise auch 1-2 Spielzeiten später.
Natürlich sollen sie auch irgendwann die älteren, erfahrenen Spieler ersetzen. Wie das klappt, wird auch eine spannende Sache!
Mit Ujah oder bspw. auch Kaufmann haben sie sehr erfahrene Leute der oberen Spielklassen neben und vor sich. Sie gehen bei denen sozusagen in die Lehre. Gerade Ujah halte ich mittlerweile mit seiner Art nicht nur für einen guten Kapitän, sondern auch für ein mentales und in der Grundeinstellung ideales Vorbild in der Sache die jüngeren heranzuführen. Dazu ist er ein guter, kreativer Fußballer. Der wird ihnen garantiert helfen. Irgendwann kommt der Tag, wo sie dann übernehmen können, weil das Alter der Älteren fortscheitet.
Das ist eine sehr gute Überlegung die ich mindestens für zielgerichtet empfinde. Der Ansatz ist klasse!
Hinten haben wir erfahrene Leute in der Liga, die auch mal was abfangen können, wenn es vorne schiefgeht. Diese erfahrenen Leute sind nicht nur älter, sondern zum Teil ebenfalls noch sehr jung. Das ist eine gute Mischung. Zumal diese erfahrenen Leute teilweise in ihren Mannschaften nicht so zum Zuge kamen, wie vielleicht gedacht, eben weil diese Mannschaften zum Teil ganz vorne mitspielten. Deren Motivation einen Stammplatz zu halten wird daher nicht klein sein. Auch das ist eine gute Voraussetzung für die nächsten 2 Jahre!
Planerisch ist das Ganze somit gut und wohl durchdacht und hat letztlich auch Zielmarken, die es zu erreichen gilt.
Wieso also ist die ganze Planung auch risikoreich:
Nun, man kann nicht davon ausgehen, dass alle Newcomer sofort zünden. Manche werden es nie. Das dürfte aber bis zu einem gewissen Grad einkalkuliert sein. Dumm nur, wenn es bei allen jüngeren Spielern so wäre, wovon ich aktuell nicht ausgehe. 2-3 Spieler davon werden sicher ihren Weg machen. Aber es bleibt natürlich ein gewisses Zeit- und Restrisiko das nicht so ohne weiteres kalkulierbar ist. Logisch.
Weiterhin ist es ein Risiko gleich so viele neue und junge Spieler mit einzubauen. Normalerweise holt man 1, 2 Spieler der jüngeren Generation, wo man sich zudem auch noch recht sicher sein kann, dass sie ins Team rutschen. Wir haben aber viele junge Leute geholt, die eher auf Umwegen zu uns gekommen sind. Es sind in der Regel keine windschnittigen Internatsfußballer, die nur den Lebens-Horizont Fußball haben. Einerseits ist das gut, weil vermutlich eine mentale Stärke durch Lebenserfahrung vorhanden ist.
Andererseits werden in grundlegenden, fußballerischen Fragen, wie Taktik und Strategie auch Defizite sein. Wir kennen das von Donkor im Eröffnungsspiel im Mittelfeld. Das kann dann natürlich zu Verzögerungen in der Entwicklung führen, was selbstverständlich für uns im Saisonziel problematisch sein könnte. Dazu eben die Masse der vielen jungen Spieler. Das Risiko ist somit kalkulierbar, aber eben auch nicht unbegrenzt.
Vorhersagen für die Saison, sind somit für uns Laien nur sehr begrenzt möglich. Wer das versucht, begibt sich sofort auf das Feld der Sternendeuterei, Astro- und Metaphysik. Seriös ist das natürlich nicht. Aber das ist natürlich auch den meisten klar.
Trotzdem ist nicht von der Hand zu weisen, dass die jungen Spieler, die sich in der Vorbereitung präsentierten, teilweise sehr ansprechende Leistungen zeigten. Ob es dann auch für den Ligaalltag reicht, werden wir in den nächsten 10 Spielen sehen. Wenn nicht, werden wir durch weitere Zukäufe (was die schlechteste Lösung wäre) oder durch interne Nachschulung und Erfahrung nchsteuern müssen.
Die Saison wird eine Wundertüte. Das ist klar.
Die Saison wird wieder knallhart. Das ist ebenfalls klar.
Kommen wir unbeschadet durch, dann haben wir eine sehr gut geplante, mittelfristige Perspektive.
Das allerdings ist auch klar.