Datum: 2023-08-03 18:23:00; editiert: 03.08.2023 18:26:26
Stichwort: Ehemalige
Also für mich ist eine gute Nachwuchsarbeit dann der Fall, wenn man bei Abstieg sofort 5-6 Spieler hat, die in der Liga mitkicken können. Dabei ist es mir vorerst egal, ob sie Spieler sind die von der Bank kommen oder mit hoher Wahrscheinlichkeit beständig im Team sind. Ideal wären dann 2-3 Stammspieler und 3-4 Bankspieler alle auf verschiedenen Positionen. Die können aus der A-Jugend kommen oder der 2.Mannschaft.
Dann lohnt sich das. Nicht nur finanziell, sondern auch sportlich. Nach 3-5 Jahren peilt man dann wieder den Aufstieg an, mit einer eingespielten gesetzten Mannschaft.
Leider - und genau da setzt meine Kritik im Wesentlichen in den Brexit-Jahren an - hat man aber alles über Bord geworfen. Wenn ein Spieler gehen will aus dem Nachwuchs, weil er keine Perspektive in der 2.Liga vorerst hat, dann wird man ihn kaum halten können. Das ist dann tragisch und kaum zu ändern.
Ist es aber so, wie es bei uns war, dass mal alle in der Wald schickt, weil es ja nur um Aufstieg geht und weniger um einen geplanten Aufbau in der Liga darunter, dann geht mein Verständnis gegen null.
Wenn dann dazu wie wild eingekauft wird und Kohle verfeuert wird, in der Hoffnung man bleibt dann auch in der Liga höher drin und pflastert dann nochmal satt Kohle rein, wie das ebenfalls der Fall bei uns war, dann sind wir nach meinem Empfinden über die Grenze der Verantwortung und der planerischen Qualität meilenweit drüber. Da kriege ich Blutdruck. Und wenn man dann beim erneuten Abstieg wieder eine gänzlich neue Mannschaft einkaufen muss und natürlich wieder den sofortigen Aufstieg ausruft und wieder keinerlei planerische Strategie walten lässt, sondern Aufstieg, dann durchbrechen wir die Schallmauer zur Idiotie! Und leider... leider sind wir so unterwegs gewesen. Und unterwegs haben wir für diese Dummheiten nicht nur Haus und Hof verscherbelt, sondern das Geld fehlt heute für eine Stärkung der Mannschaft in der 2. wichtigen Saison!
Jetzt kann man natürlich nach Lebensversicherungen schreien. Man kann auch nicht verstehen, weshalb wir nicht bei sehr gefragten Positionen (Außen, offensives Mittelfeld und Sturm) kein Bein an die Erde kriegen, gegen Vereine, die für solche Fälle 10-20 Mio. mehr auf der Naht haben.
Aber wenn man den Wahnsinn vorher klaglos mitgemacht hat, vielleicht sogar gefordert und mitgetragen hat, dann muss man sich auch jetzt nicht darüber beschweren, dass wir jetzt leider nackich im Nordost-Wintersturm stehen und wie die Krepel jahrelang hoffen und bangen müssen, dass wir hoffentlich drinbleiben, um irgendwann so viel mehr TV-Gelder zu bekommen, dass wir wenigstens einen Schlüpfer und ein Leibchen auf den Balg kriegen in der Transferperiode.
Na klar wäre theoretisch genug Geld da. Aber wenn ich vom eh kleinen Budget auch noch Kohle für Rückkäufe, Kredite, Stundungen, Besserungsscheine abführen muss, dann stehe ich so da, wie aktuell. Denn kauft man nicht zurück, dann wird das Ausmaß dieses ganzen damaligen Wahnsinns erst recht offenbar. Dass das einige nicht möchten oberhalb der Geschäftsführer kann ich schon verstehen.
Und aus diesem ganzen selbstverursachten wirtschaftlichen Knoten herauszukommen - am Ende auch sportlich - damit dürfen sich jetzt die Geschäftsführer, Sportdirektoren und Trainer herumschlagen.
Ich möchte da auch am liebsten gar nicht mehr drüber nachdenken. Ist aber leider die aktuelle Realität. Scheiße! Selbst verursacht.